Arztbesuche

Ich könnte jetzt erst einmal ausführen warum ich „Besuch“ nicht angemessen finde, denn es wird auch im Zusammenhang mit Freunden verwendet, aber so heißt das wohl eben auch beim Arzt.

Ich werd grad echt ganz kirre vom Arzt gehen weil es einfach nicht klappt, dass ich sagen kann was los ist selbst mit Zettel ich entweder ignoriert werde oder das erst genannte Symptom das einzige ist was interessiert, Verschlechterung egal ist oder sonst was und das trotz MRT- und Laborbefunden. Deswegen woll heute das mal anschreiben (heißt das dann so, es gibt ja ansprechen, hmm).

Ok, ich könnte jetzt schreiben immerhin interessiert ein Symptom, das hatte ich auch schon anders. Aber es wird wirklich in letzter Zeit immer mehr und beeinträchtigt immer mehr, hab fast etwas Sorge dass irgendwann nicht mehr zum Arzt gehen kann. Und nein, ich sitze dann nicht weinend da oder rede stundenlang wie schrecklich alles ist sondern warte erstmal ab ob von allein weg geht. Und wenn nicht irgendwann sage dann so und so ist das. Das kann ich auch in sehr sachlich kurz und ohne weinen (das wird zwar manchmal offenbar gern gesehen, aber leider meist nicht ernst genommen). Und ja trotzdem kann es „schlimm sein“. Ganz davon abgesehen das mich die ganzen Symptome so überwältigen weil alles anders dass ich froh bin wenn ich überhaupt hingehen und dann auch noch was sagen kann, zusätzlich so viel nicht planbar, hinfinden, Gerüche, Geräusche evtl. angefasst werden oder was nicht alles. Der letzte Test führte dazu, dass ich mich plötzlich ganz anders fühlte (ok besser geb ich gern zu, aber trotzdem plötzlich anders und ohne Vorbereitung weil ich dazu keine Info bekam), so stark hätte ich das nach Eigenrecherche was der Test evtl. bewirkt nicht erwartet. Interessiert hat es beim Arzt keinen. Ach und Werte außerhalb des Normbereichs sind ja ok auch wenn Symptome die dazu passen da sind, da muss man nix tun. Frag mich ja schon wozu es Normbereiche gibt wenn sie dann nicht interessieren. Wenn man Ärzte darauf hinweist mögen die das meist nicht. Komischer Weise wird man oft nach Beruf gefragt vorher, wüsste gern mal warum. Wenn ich dann sage ich verstehe davon was, ist es ja offenbar auch nicht recht wenn ich eigene Ideen sage was es sein könnte.

 

Dinge die für Autisten wg. Arzt evtl. schwierig sein können (weil nicht alle gleich sind):

  • Symptome führen dazu dass sich Körper etc. nicht so anfühlt wie sonst, dass allein braucht schon zusätzlich Energie
  • Schwierig zu wissen ab wann etwas „schlimm“ ist so dass man zum Arzt gehen sollte (komischer Weise gehen einige ja auch davon aus dass Autisten weniger Schmerzen fühlen nur weil sie es weniger mitteilen; evtl. fühlen manche Autisten weniger Schmerz aber durchaus denke ich das weniger mitteilen kommt auch von sozialen Aspekten her, man weiß evtl. nicht wann was sagen oder mag nicht da in anderen Bereichen wie wg. laut tun Ohren weh wird’s auch ignoriert, also warum sagen etc.).
  • Termin per Telefon ausmachen
  • vieles kaum planbar
  • Viele unbekannte und unberechenbare Sinneseindrücke wie Geräusche, Gerüche, Anfassen etc.
  • Viele Menschen, viele neue Menschen
  • Unbekannte Abläufe und Situationen
  • Was wie mitteilen, dass es geglaubt wird und „richtig rüber kommt“
  • Wirkungen von Medikamenten evtl. anders und Angst machend wenn nicht genau bekannt wie mit Medikament fühlen

 

Dinge die bei Autisten evtl. anders sind wenn sie beim Arzt sind:

  • Sie, obwohl schon stärkere Symptome, recht „spät“ kommen
  • Schmerzen weniger stark angeben werden als sie sind bzw. im Vergleich mit anderen wären
  • Schwierigkeiten haben zu sagen wo es genau weh tut oder wie der Schmerz ist (nicht wundern wenn evtl. gefragt wird ob man eine Schmerzart vormachen kann)
  • Sehr sachlich sind obwohl stark Symptome
  • Sachen evtl. nur 1x sagen und trotzdem ist wichtig
  • Sie zuhören obwohl sie Sie nicht angucken
  • Sie meist verstehen auch wenn Schwierigkeiten mit Sprechen
  • Sie zurückzucken wenn Sie sie anfassen (Ankündigungen können helfen)
  • Sie gern genaue Information haben möchten um zu verstehn was „mit Ihnen getan wird“

 

Dinge die manchmal helfen:

  • Online Terminvereinbarung nutzen
  • Dinge man sagen mag auf Zettel schreiben zum Vorlesen
  • Zettel dann auch mitnehmen und dran denken vorzulesen oder zumindest dem Arzt zu geben wen sprechen nicht mehr geht
  • Sagen das man Autist ist (hilf selten, vermutlich weil viele Ärzte nicht genau wissen was Autismus ist aber es nicht zugeben können) und deswegen direkt sagen was dann anders und hilfreich (z.B. direkte kurze sachliche Kommunikation)
  • Dinge mehrfach sagen auch wenn man sich dann komisch vorkommt (Ärzte etc. scheinen es oft zu „brauchen“ das man etwas oft sagt damit ihnen klar wird es ist wirklich wichtig)
  • Schmerzskala nutzen (das machen auch manche Ärzte schon von 0-10; einen Vergleichsschmerz angeben, z.B. als Fuß gebrochen war es 5, jetzt 7, denn allein die Skala nutzt nicht immer etwas wenn man andere „Sichtweise“ / Vergleich hat)
  • Wichtige Dinge sich vom Arzt schriftlich geben lassen um zu Hause in Ruhe lesen
  • Vertrauensperson mitnehmen (mir aber sehr unangenehm deswegen nie jemand fragen mag, vllt. muss an mir arbeiten, wie auch bei mehrfach sagen etc.)

 

Ich weiß nicht ob es Euch auch so geht, ob ihr das besser hinbekommt. Wäre toll wenn Ihr weitere Anmerkungen oder Tipps habt für alle da draußen, wir fügen die dann auch in obere Listen hinzu wenn ihr mögt, so dass eine Art Sammlung entstehen kann.

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von Wasser und Feuer

Manche wissen ja evtl. schon dass ich tauche. Heute ein anderes Thema was manche evtl. verwirren mag – ich bin Autist und bei der Feuerwehr.

Jetzt mögen manche evtl. denken, ach das glaube ich nicht, die Feuerwehr nimmt ‚die‘ ja bestimmt nicht oder aber auch kannst kein Autist sein sonst könntest, evtl. wolltest, das ja gar nicht. Keine Empathie, unsozial und sowieso in eigener Welt oder so gell?!

Ach wirklich? dass ist oft so ’nett‘ das viele wissen was ich kann, bin oder möchte. Das finde ich übrigens ziemlich verwirrend, in dieser Welt verwirrend und von den anderen etwas unempathisch und unsozial. Ich habe schon immer gern geholfen und bin u.a. dafür über meine Grenzen gegangen. Als Autist muss man das eh oft, ja das pauschalisiere ich jetzt einfach mal. Bei der Feuerwehr kann man helfen: retten, löschen, bergen, schützen. Aber es ist auch Geräusch, Lichter und Geruch und viel sozial undund, über Grenzen gehen.

Nuja wie geht das denn mögen sie sich evtl. fragen. Ja ich gebe zu es ist wirklich auch anstrengend. Ich wusste erst nicht ob ich das schaffen kann. Schöner Weise hat es sich herausgestellt, dass ich es kann. Es auch ok ist wenn ich nach Übungen nicht immer noch bleibe was nicht daran liegt, dass ich die Leute dort nicht mag. Und ganz ehrlich, Autisten fühlen viel Geräusch und Licht und Emotionen und alles, da dachte ich kann ich wenigstens für was Sinnvolles überreizt werden. Spaß beiseite bzw. auch nicht. Wisst ihr was unglaublich praktisch ist, das Vorgehen, es gibt klare Strukturen bei quasi allem und ‚ungewöhnliche‘ Lösungen kann man auch brauchen etc., also würde es doch irgendwie ‚gut passen‘.

Und ja man möchte es nicht glauben ich habe Autismusdiagnose, sogar mehrfach unabhängig. Tja, also bei der G26.3 (Tauglichkeitsuntersuchung für Atemschutzgeräteträger) wusste man davon und ja, ich darf ‚trotzdem‘ bzw. erfreulicher Weise hat es quasi nicht interessiert, nur kurze Frage ob ich es mir zutraue etc.

Feuerwehr ist unglaublich wichtig, interessant, es fehlt oft Nachwuchs, man kann Gutes tun und auch nette Menschen kennen lernen etc. Wusstet ihr dass ca. 94% der Feuerwehrmenschen in Deutschland freiwillige sind? Ach und eine meiner ersten Lernerfahrungen dort, Feuer sind Nutzereignisse und Brände Schadereignisse, also eigentlich müsste es Brandwehr heißen und in der Überschrift von Wasser und Bränden, aber ich fands auch so nett zu lesen, ich kann nur soviel sagen, ich merke immer mehr wie viel ich noch lernen kann, ist also auch ein feines Wissensammelgebiet.

Vllt. fragen sich jetzt einige warum schreibt Meerigelstern das jetzt hier. Nuja ich dachte mal ich schreib das ohne zu wiederholen was mir schon alles gesagt wurde was ich ’sicher nie können würde‘. Das heißt nicht, dass jeder Autist alles kann. Aber ihr könnt mehr als viele denken, evtl. sogar mehr als ihr im Moment denkt – gebt eure Wünsche und Träume nicht auf auch wenn es manchmal schwierig ist!

von Schuhen und Füßen

Viele fragen sich offenbar warum viele Autisten gern barfuß laufen, oft gleich wieder Schuhe ausziehen die man ihnen gerade angezogen hat, Schuhe ausziehen obwohl es eine soziale Situation ist in der „man keine Schuhe auszieht“, barfuß durch den Schnee laufen etc.

Also bei mir liegt es daran, dass meine Füße keine Schuhe mögen und außerdem sie barfuß durch Schnee toll finden.

Überrascht war ich von den Feuerwehr Einsatzstiefeln, die finden meine Füße nicht so schlimm wie zuerst befürchtet, aber trotzdem sind sie froh wenn sie nach Einsatz oder Übung wieder barfuß dürfen. Ich sehe mittlerweile ein, dass manchmal Schuhe notwendig sind um z.B. nicht Scherben im Fuß zu haben oder sich auf dem heißen Boden die Füße zu verbrennen, beides noch länger unangenehm als für Moment Schuhe anziehen. Gleichzeitig frag ich mich warum man ständig Schuhe anhaben soll, ja fast muss. Das eine sind ja Gesundheits-/Sicherheitsgründe, das andere soziale.

Das Gefühl ist schwer zu beschreiben. Es ist irgendwo meist picksig oder es drückt Teile des Fußes an Stellen wo sie sonst nicht sind. Ungleichmäßig fühlt sich das an wenn Zehen schief sind oder eine Naht irgendwo drauf drückt. Ja auch Schuhe die angeblich ganz toll passen und bequem und angenehm sein sollen mögen meine Füße nicht, meine Füße merken trotzdem dass sie eingesperrt sind und nicht direkt Kontakt mit dem Boden haben dürfen. Und das merken sie die ganze Zeit. Es ist also nicht so, wie oft bei vielen nichtautistischen Personen wie ich mittlerweile erfahren habe, dass sie bei Schuhen nach kurzer Zeit gar nicht mehr merken, dass sie sie anhaben (da war ich übrigens sehr überrascht liebe nichtautistische Leser, dass das offenbar bei euch so ist, ist das wirklich so? und wenn ja bei Kleidung usw. auch?). Bei mir, und ich vermute auch bei vielen anderen Autisten, ist es so dass wir die Schuhe so lange merken bis sie wieder weg sind. Wir gewöhnen uns nicht, aber wir können lernen es eine Weile aushalten zu müssen weil notwendig um Schaden von Füßen abzuhalten der noch länger unangenehm wäre. Und es gibt Schuhe die etwas weniger unangenehm sind als andere. Barfuß ist aber am besten.

Durch einen „Fall“ den wir vor Monaten hatten in welchem einer Mutter eines autistischen Kindes geraten wurde doch Schuhe Tag und Nacht (!!) ihrem Kind anzuziehen damit es sich dran gewöhnt – nach 6 Wochen wurde das Kind aggressiv (total überraschend natürlich; der Inhalt dieser Klammer kann Zynismus enthalten). Die Mutter war sehr verzweifelt. Wir rieten ihr dann ihrem Kind zu erklären warum es manchmal Schuhe anhaben muss (z.B. um einen anderen länger unangenehmen Schaden vom Fuß fernzuhalten) und das es sonst oft auch barfuß oder wenn es kalt ist mit Socken sein darf. Sie schrieb uns nach zwei Tagen war das Thema erledigt.

Natürlich ist das nicht immer so möglich, aber manchmal, und evtl. durch Zeigen von Scherben oder Bildern oder auch Fühlen von heißem Teer etc. versuchen klar zu machen warum jetzt Schuh sein muss. Und wann immer es geht den Autisten wenn er mag ohne Schuhe sein lassen. Und wenn gesellschaftlich ein nackter Fuß nicht angebracht ist, evtl. versuchen Sie kurz an diese Zeilen zu denken, und wenigstens nur Socken anzuziehen, das geht meist besser als Schuhe, aber evtl. ist ja barfuß trotzdem häufiger ok 🙂

Einkaufen oder unser Weg aus der ultimativen Katastrophe…

Einkaufen ist bei uns so ne Sache, die für meinen Sohn mal so gar nicht geht…

Nach seinem letzten heftigen Overload vor ca. 2 Jahren (eine Frau hat ihn ungefragt kräftig in den Haaren gestrubbelt!!), haben wir das Einkaufen vermieden, sind im Wechsel zum Einkaufen oder wenn er eben in der Schule ist. In den Ferien brauchte ich eine „Einkaufhilfe“, denn ein Geschäft betreten?? Völlig undenkbar!!! Schreien, toben, wild um sich beißen war der Standard und das wollte ich meinem Sohn UND mir nicht antun… hab ja auch nur Nerven und keine Drahtseile…

Jo, blödes Dilemma, wenn man doch ganz dringend mal was braucht und keiner da ist, der den Einkauf dann übernehmen kann.

Also war die Überlegung, wie wir das Einkaufen wieder so halbwegs „neutralisieren“ können.

Bei einem Spaziergang kam ich auf die Idee, bei unserem Laden, der an seinem geliebten Spazierweg liegt, Einkaufswagen schubsen zu spielen… sonntags, wenn der große Parkplatz frei war. Nach unserer Runde im Feld sind wir also auf den Parkplatz, haben nen Einkaufswagen geholt und haben dann (2 Erwachsene) ne riesen Gaudi mit Einkaufswage hin- und herschubsen gemacht und zwar so lange, bis mein Sohn drinne sitzen wollte. Das haben wir dann über mehrere Sonntage gemacht, mein Sohn wollte an dem Parkplatz schon gar nicht mehr vorbei, sondern er wollte Einkaufswagenfahren spielen… die Blicke der Vorbeikommenden muss ich hier – glaube ich – niemandem näher erläutern.

Prima, nachdem Einkaufswagenfahren total spannend war, sind wir dann mal so ganz vorsichtig mit dem Wagen in den Vorraum des Ladens gefahren… einfach mal Hallo sagen… und schnell wieder raus. Und oh Wunder! Es ist gar nix schlimmes passiert… keine Angst, keine Panik, keine Anspannung.

Tage später haben wir uns ein wenig weiter vorgewagt, aber dann schnell wieder raus. Auch diesmal ist gar nix schlimmes passiert, aber die Lichter waren doch recht spannend.

Dann wieder einige Tage später war mein Sohn schon mutiger und wollte – natürlich in Begleitung des tollen Einkaufswagen – durch das Geschäft laufen… ja, er wollte selbst durchlaufen… einmal durchlaufen auf dem kürzesten Weg und schnell wieder gehen. Man, ist ja gar nix schlimmes passiert! Noch nicht mal Aufregung!

Nachdem das so schön geklappt hat und ja gar nicht schlimm war, durfte mein Sohn sich zur Feier des Tages seine erste eigene Cola kaufen!!! Cola ist ja total toll, gibt es ja sonst zu Hause nicht einfach so… an der Kasse ein wenig nervös, aber zum guten Glück war ja der sichere Einkaufswagen dabei, in dem man das Warten ein wenig besser aushalten kann…

Nach einigen Cola-Einkäufen durfte Mama dann auch mal ne Kleinigkeit noch mitnehmen, aber schnell musste es gehen, nicht zu lange schauen, nicht zu lange stehen bleiben… aber Einkaufswagen ist ja zur Sicherheit dabei!

Mittlerweile schafft er es auch, an der Kasse kurz stehen zu bleiben und zu warten, bis wir dann dran sind, seine Cola-Flasche immer im Auge, sofort nach dem Bezahlen den 1. Schluck, dann hat Warten sich doch gleich gelohnt.

Und ja, jetzt ist es sogar so weit, dass wir an dem Laden kaum noch vorbeigehen können, denn dort gibt es ja Cola und für ne Cola ist Einkaufen dann doch nicht ganz so schlimm.

Aber bitte noch keine Großeinkäufe, denn das ist doch noch zu viel. Aber was (noch) nicht ist… Sie wissen ja, mit dem „das kann noch werden“…

 

Das Ganze hat ca. 2 Monate gedauert und wir sind immer erst dann einen Schritt weiter gegangen, wenn mein Sohn wirklich angstfrei war und von sich aus signalisiert hat, dass er weiter gehen möchte.

 

Schlaf

Seit Tagen kann ich kaum schlafen und wenn ich es tue habe ich quasi nur Albträume, bei Glück wache ich auf oder kann mich selbst wecken. Dann wieder einschlafen schlecht möglich, irgendein Geräusch, v.a. die Heizung macht mir im Winter zu schaffen, da ich bei starken Minustemperaturen doch wenigstens ein bisschen anmache da ich zwar das Gewicht von vielen Decken mag, aber irgendwann in der Nacht so das schwitzen anfange das ich dann nicht mehr schlafen kann, auch weil ich mich irgendwie ausgetrocknet fühle. Wenn ich dann aufstehe um was zu trinken bin ich eigentlich wieder so wach dass eh nix mehr geht und muss aufs Klo kurz danach, noch ein Wachmacher. In unserem Dach wohnt auch ein Tier was derzeit viel rumläuft, evtl. ist ihm auch kalt und geht dann über der Heizung im Dach schlafen, irgendwie eine schöne Vorstellung, wenn auch leider erstmal laut.

Schlafmangel hat bei mir vielerlei Auswirkungen, kann bis zu Halluzinationen reichen. Fängt aber oft damit an dass ich am Tag es weniger schaffe richtig zu reagieren und meine Arbeit die ich mir vornahm gut zu machen. Gerade bohrt sich scheinbar der Ventilator des PCs in meinen Kopf und allein die Tastengeräusche tun mir in den Ohren weh. Irgendwie auch die Augen, warum auch immer. Seitlich scheint die Sonne rein, auf ein Auge, evtl. liegt’s daran. Und irgendwas brummt hier, aber schon länger, wenn ich den Kopf leicht drehe macht der Bildschirm auch Geräusch. Das meist ja jeden Tag, aber heute durch weniger Schlaf kann ich das schlechter ehm passt Wort nicht vllt. kompensieren. So kann sich das aufschaukeln, also zu wenig Pausendinge wie Schlaf und dazu der ganze Alltag. Das ärgert mich dann selbst weil ich es ja können mag. Und wenn es anderen auffällt ärgert es mich noch mehr weil ich es ja gut machen mag.

Interessanter Weise wird Autisten durchaus oft gesagt sie sollen nicht so viel schlafen, das wäre ja Faulheit etc., gleichzeitig möchte man aber auch nicht dass die Autisten z.B. rumhüpfen oder Hände wedeln, denn das ist ja nervig und komisch. Tja was denn nun? Irgendwas für Pause brauchen wir auch, große sowie kleine Autisten haben dafür manchmal andere Arten dies zu tun als Sie, manchmal brauchen sie eben mehr Schlaf, und warum genau stört das jetzt? Evtl. damit man sich am nächsten Tag beschweren kann dass das Kind nicht „funktioniert“? Neulich kam mir das so vor als sich eine Mutter meldete, die Bedürfnisse des Autisten „mit Füßen getreten“ und sich dann gewundert warum nicht alles 100%ig klappt, ach wie überraschend… obwohl ich sagen muss für das wie es lief hat der kleene Autist wirklich gut „durchgehalten“. Dabei ist es durchaus mir bewusst dass auch Bezugspersonen von Autisten immer wieder an ihre Grenzen kommen, nur manchmal frag ich mich warum das „heute ist es zu viel“ oft offenbar nur die Bezugspersonen sagen dürfen denn das Umfeld bestätigt dann jaha Autist ist ja soo anstrengend hast dir Pause verdient. Autist darf das eher nicht, extrem selten höre ich, oh kleiner Autist ich merke es ist gerade viel zu viel, die nicht-autistische Welt ist soo anstrengend hast dir Pause verdient. Komische Welt.

Fieber

Gerade ist wieder diese Erkältungszeit. Husten, Schnupfen, Fieber…

Ja, Fieber. Bei welcher Körpertemperatur fängt Fieber denn an?? Die meisten Menschen sagen, so ab 38 Grad könne man von Fieber sprechen. Das mag bei den meisten Menschen wohl auch so sein.

Bei meinem Sohn und mir ist es allerdings so, dass wir bei einer Körpertemperatur von 37,5 Grad schon das Gefühl haben, hohes Fieber zu haben. Und warum ist das so? Die „normale“ Körpertemperatur liegt im Allgemeinen so zwischen 36,5 und 37 Grad. Da scheint ja 37,5 nicht wirklich viel zu sein. Jo, bei ner normalen Körpertemperatur eben…

Die normale Körpertemperatur liegt bei uns allerdings bei 35,5 Grad, woran das liegt, weiss ich nun auch nicht so genau, allerdings habe ich das schon von einigen Autisten so gehört. Jetzt bedenke man, dass unsere Körpertemperatur bei 37,5 Grad schon um 2 Grad über unserer Normaltemperatur liegt, bei anderen Menschen wären dann 2 Grad mehr schon 38,5 – 39 Grad Fieber!!!!

Eltern wundern sich dann, dass ihr Kind so erschöpft ist, nichts tun mag, völlig krank zu sein scheint, aber es hat ja kein Fieber, sind ja nur 37,5 Grad. Sinnvoll wäre es wohl, im gesunden Zustand ab und an mal die Temperatur zu messen, um zu wissen, wo die „normale“ Körpertemperatur des Kindes liegt.

Bei 37,5 habe ich das volle Fieberprogramm: Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, das Gefühl innerlich zu verglühen, einfach Krankgefühle. Bei meinem Sohn ist das offensichtlich ebenfalls der Fall und er wird bei einer Temperatur von 37,5 Grad zu Hause als krank „eingestuft“.

Wenn ihr Kind bei dieser Temperatur äußert, dass es sich krank fühlt oder Krankheitsanzeichen zeigt, dann nehmen Sie das bitte ernst, denn es kann sich tatsächlich fürchterlich krank und fiebrig fühlen, auch wenn es äußerlich nicht zu „glühen“ scheint.

 

neue Hose

einkaufen und alte Hose wegtun.

Ja das klingt so einfach. Seit Wochen ist mir bewusst meine (jetzt alte) Hose hält nicht mehr lange, eine Stelle ist schon durch und drumrum ganz dünn so dass man nicht mehr flicken kann. So mag ich eigentlich auch nicht zur Arbeit gehen, zum Glück sieht man die Stelle nicht so. Ist nur eine Frage der Zeit bis sie ganz reisst. Aber eine neue Hose kaufen die passt, nicht oder wenigstens kaum riecht, sich nicht unangenehm anfühlt und dazu wenigstens nicht hässlich ist, mm, und dazu muss man nach der Arbeit in ein Geschäft, gleichzeitig mit geschätzt 3 Mio anderen Menschen die auch nach der Arbeit eine Hose kaufen möchten und teilweise vorher wohl im Parfümladen waren, stundenlang Sport gemacht haben oder die Socken von vorletzter Woche tragen. Nach der Arbeit eh Pause nötig, aber Geschäfte machen ja zu, also ohne Pause gleich gehen. Evtl. fragen dann ganz viele Verkäufer was ich suche, eine Hose genau wie die die ich an habe mit meinem Geruch und ganz intakt bitte Gedanken, mag nicht sagen Hose, dann muss ich weiter reden, wie genau und so, und abwehren und erklären was ich alles nicht mag, mag selbst suchen und Ruhe haben. Anprobieren ist doof aber nicht anprobieren auch, dann evtl. nochmal kommen.. also anprobieren, muss Schlange stehen, die arme Schlange, ich steh nicht in ihr ist bestimmt dickes Bauchgefühl für Schlange wenn so viele Leute drin stehen. Warten bis Kabine frei ohne das andere Menschen berühren und kein overload bekommen von Dudelmusik und blabla der Leute zusammen mit Lampengeräuschen, Lichterflackern und Fußgerüchen. Hose an, Hose passt, Kasse und raus. Tja, und deswegen hab ich das länger vor mir her geschoben, also bis gestern Abend, denn ich habe nun eine neue Hose, muhaha.

So, dann das nächste, jetzt existiert ja eine alte Hose. Altkleider kommt nicht in Frage, da sie ja kaputt ist. Wegwerfen, meine Hose die mich so lange begleitet hat.. nuja muss ja, arme Hose. Irgendwie ist das schon komisch, ich kann sowohl zu Menschen aber auch zu Dingen enge Beziehungen haben. Neulich bei einer Wassermelone die nicht so schmeckte dachte ich dann ob die sich jetzt schlecht fühlt weil ich denke sie schmeckt nicht so gut. Mm. Nuja also die nun alte Hose dann weg, schade, gedacht wie gut sie lange bei mir war. Neue Hose jetzt an, fühlt sich anders an, aber ist ok, sieht fast gleich aus aber nicht ganz, bisserl noch nicht mein Geruch dran. Lenkt alles etwas ab von dem was zu tun ist hier. Bemühe mich sehr, werd gewöhnen.

Jetzt stellen Sie sich vor wie es einem kleinen Auti geht der es evtl. nicht sagen kann dass er oder sie heute ganz und gar nicht einkaufen kann, die alte Hose so liebgewonnen ist oder die neue ein kratziges Schild und anderen Geruch hat. Da kann es doch echt hilfreich sein wenn man gleich zwei oder mehr Hosen der gleichen Art kauft, evtl. fühlen die sich ja auch so wohler als ruhíges Rudel quasi, hehe.